Mehr als 400 Piraterie-Domains vollständig ausgemerzt

Top 10 Anime-Streaming Seiten im Visier
Top 10 Anime-Streaming Seiten im Visier

Ein neuer Bericht an die US-Regierung beleuchtet die wachsende Bedrohung durch Anime- und Manga-Piraterie. Dabei sind die führenden illegalen Streaming-Seiten der Branche ins Visier internationaler Piraterie-Wächter geraten.

Laut einem aktuellen Bericht der International Intellectual Property Alliance (IIPA) an das Büro des US-Handelsbeauftragten (USTR) rangieren Anime-Piraterie-Seiten in Ländern wie China, Südafrika, Indien und Vietnam beständig unter den meistgenutzten illegalen Plattformen.

Indien im Fokus: Anime-Piraterie füllt die Lücke

Die IIPA hob insbesondere die Situation in Indien hervor. Von den 25 wichtigsten Piraterie-Seiten, die derzeit im Land verfügbar sind, widmen sich zehn speziell dem Anime-Streaming, während weitere sieben auf Manga fokussiert sind. Diese Daten zeigen, dass 40 % der meistbesuchten illegalen Plattformen in einem der weltweit größten digitalen Märkte mittlerweile auf Anime spezialisiert sind.

Die IIPA führt dies auf die erfolgreiche Deaktivierung traditioneller Film- und Fernseh-Piraterie-Seiten durch lokale Gerichtsbeschlüsse zurück, was den Anstieg beim Teilen von Anime- und Manga-Raubkopien begünstigt hat. Bis heute wurden in Indien mehr als 400 Piraterie-Domains vollständig aus dem Internet getilgt, wodurch Milliarden von globalen Aufrufen effektiv neutralisiert wurden. Nun hat sich das Ziel spezifisch auf Anime-Piraterie-Seiten verlagert.

HiAnime, 9anime, Aniwatch und weitere Anime-Streaming-Seiten im Visier des Piraterie-Berichts 2026

Während der Bericht nicht jede einzelne Seite in Indien explizit nennt, identifiziert er mehrere große Anime-Piraterie-Websites in anderen Ländern. In China markierte das Dokument Allanime, während HiAnime und 9anime in Vietnam hervorgehoben wurden. Für Südafrika listete der Bericht HiAnime, 9anime, AniWatch und KissKH als zentrale Knotenpunkte auf. Diese vier Websites gehörten zu den Top 12 der Piraterie-Seiten des Landes, die zusammen über 40 Millionen Besuche verzeichneten.

Die IIPA hat empfohlen, diese Länder – neben anderen – aufgrund der grassierenden Piraterie auf die „Priority Watch List“ der USA zu setzen. Darüber hinaus forderte die Organisation strikte Maßnahmen, einschließlich der schnellen Löschung rechtswidriger Inhalte, der Etablierung eines starken Durchsetzungsrahmens und rechtlicher Reformen.

Der wirtschaftliche Kahlschlag und rechtliche Hürden

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des illegalen Konsums sind naturgemäß ein Hauptanliegen der Urheberrechtsinhaber. Allein im Jahr 2025 verlor Japan schätzungsweise 30 Milliarden US-Dollar durch Anime- und Manga-Piraterie – was fast einer Verdreifachung der Verluste von 2022 entspricht. Dieser finanzielle Aderlass hat die CODA (Content Overseas Distribution Association) und andere Behörden dazu veranlasst, weltweit aggressiv gegen Piraterie vorzugehen.

Obwohl Indien auf der „Priority Watch List“ der US-Regierung gelandet ist, werden im Land Anstrengungen zur Bekämpfung der Piraterie unternommen. So hat der Delhi High Court wegweisende Urteile in Fällen gefällt, die mehrere bekannte Anime-Streaming-Seiten betreffen.

Das Gericht erließ kürzlich eine sogenannte „Dynamic+“-Verfügung gegen Piraterie-Seiten wie 9anime und AnimeSuge. Diese erlaubt es Rechteinhabern wie Netflix und Crunchyroll, Sperranordnungen automatisch auf neue Mirror-Seiten, Weiterleitungen oder alphanumerische Domains auszuweiten, sobald diese erscheinen. Zuvor richtete sich ein Gerichtsurteil gegen Vidsrc, das oft die technische Basisinfrastruktur für Hunderte von Streaming-Portalen bereitstellt.

Der Bericht stellte jedoch fest, dass diese Urteile auf den Delhi High Court beschränkt waren und ähnliche Maßnahmen in allen Bundesstaaten erforderlich seien. Zudem blieben rechtsverletzende Domains oft noch lange nach Erlass einstweiliger Verfügungen aktiv, da die Beklagten den gerichtlichen Anordnungen nicht nachkamen. Rechtliche Versuche der Kläger, Sanktionen wegen Missachtung des Gerichts zu erwirken oder die administrative Kontrolle über diese Domains zu übernehmen, wurden effektiv durch verfahrenstechnische Verzögerungen behindert.

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Als Internet-Pionier hat Stefan die Online-Welt von Grund auf mitgestaltet. Seine Reise begann im zarten Alter von nur fünf Jahren, als er sich an den Computer seines Großvaters wagte, der ihm auch die Grundlagen von Datenbanken beibrachte. Das Programmieren brachte er sich mit 13 selbst. Heute gibt er sein umfassendes Wissen durch detaillierte Anleitungen, aufschlussreiche Reviews und fesselnde Artikel zum Retro-Computing weiter und lehrt anderen so die Kunst des Programmierens.

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