Manga- und Manhwa-Piraten drohen in Korea höhere Höchststrafen

Manga & Manhwa Piraten drohen höhere Strafen
Manga & Manhwa Piraten drohen höhere Strafen

Wie der The Korea Herald berichtet, hat die südkoreanische Nationalversammlung am 29. Januar eine Reihe von Gesetzesänderungen verabschiedet. Damit soll verhindert werden, dass Urheberrechte verletzt werden und Tickets zu überhöhten Preisen weiterverkauft werden.

Die Änderungen gehen jetzt an Präsident Lee Jae Myung. Der checkt sie innerhalb von 15 Tagen und verkündet sie dann entweder oder legt sein Veto ein. Wenn das passiert, würde die Novelle zum Urheberrecht in der zweiten Jahreshälfte in Kraft treten. Myung ist mit dem Versprechen angetreten, stärker gegen Piraterie vorzugehen. Er hat dabei ausdrücklich die Webtoon-Piraterie erwähnt.

Härtere Strafen und neue Regelungen zu Links

Wenn jemand vorsätzlich oder wiederholt das Urheberrecht verletzt, können Gerichte ihm künftig eine Strafe zahlen, die bis zu dem Fünffachen des tatsächlichen Schadens reicht. Die Höchststrafe würde von fünf auf sieben Jahre steigen und die Höchstgeldstrafe von 50 Millionen Won auf 100 Millionen Won (etwa 34.000 bis 68.000 US-Dollar) erhöht.

Das Gesetz hat jetzt auch eine Bestimmung gegen das wissentliche Bereitstellen von Links zu rechtsverletzenden Inhalten. Das ist eine Folge einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2021. Das betrifft sowohl Betreiber kommerzieller Websites als auch Nutzer sozialer Medien.

Mehr Befugnisse für Behörden und internationale Anti-Piraterie-Wellen

Außerdem soll das südkoreanische Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus neue Befugnisse bekommen, um den Zugang zu ausländischen Piraterieseiten für Nutzer in Korea zu sperren. Früher war nur die Korea Communications Standards Commission und die Gerichte dafür zuständig.

In den USA wird gerade auch über ähnliche Maßnahmen zur Sperrung von Websites diskutiert. Die Kongressabgeordneten Zoe Lofgren und Darrell Issa haben dazu gerade neue Gesetzesinitiativen vorgelegt.

Die koreanischen Anti-Pirateriegesetze werden außerdem verschärft, nachdem der Oberste Gerichtshof die Berufung des Betreibers von NooNooTV zurückgewiesen hat. NooNooTV ist eine der berüchtigtsten Piraterieseiten des Landes.

Damit bleibt dessen Haftstrafe von 4,5 Jahren bestehen. Außerdem ist das eine Reaktion auf größere internationale Entwicklungen im Kampf gegen Piraterie: Koreas P.CoK hat Moderatoren, die am Discord-Server und Subreddit von Bato beteiligt waren, Unterlassungsaufforderungen geschickt. Und die japanische Anti-Piraterie-Koalition CODA hat bekanntgegeben, dass der Betreiber von Bato inzwischen festgenommen und gegen Kaution freigelassen wurde. CODA hat außerdem gesagt, dass es eine gemeinsame Aktion von Japan und China war. Der Betreiber hat die Taten gestanden und in nächster Zeit ist mit einer formellen Anklage zu rechnen.

Quelle: The Korea Herald, ZDNET Korea, Kim & Chang

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Als Internet-Pionier hat Stefan die Online-Welt von Grund auf mitgestaltet. Seine Reise begann im zarten Alter von nur fünf Jahren, als er sich an den Computer seines Großvaters wagte, der ihm auch die Grundlagen von Datenbanken beibrachte. Das Programmieren brachte er sich mit 13 selbst. Heute gibt er sein umfassendes Wissen durch detaillierte Anleitungen, aufschlussreiche Reviews und fesselnde Artikel zum Retro-Computing weiter und lehrt anderen so die Kunst des Programmierens.

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