Kakao Entertainment hinter dem Vorgehen gegen Bato.to-Piraterie

Anfang dieser Woche wurde bestätigt, dass Bato.to, eine der weltweit größten Piraterie-Websites für Manga, offiziell ihren Betrieb eingestellt hat. Nun wurde bekannt, dass Kakao Entertainment – der Publisher hinter dem globalen Hit Solo Leveling – für das Aus verantwortlich ist und als Nächstes gegen verknüpfte Websites vorgehen wird.

Laut TorrentFreak hat Kakaos spezialisierte Anti-Piraterie-Abteilung P.CoK (Protecting the Content of Kakao Entertainment) die Verantwortung für die Abschaltung von Bato.to übernommen. P.CoK identifizierte den Gründer und Kernentwickler der Seite und konnte dessen Wohnsitzland ausfindig machen. Das Unternehmen bestätigte, dass im Herkunftsland des Betreibers bereits rechtliche Schritte eingeleitet wurden.

Instabilität und das Verschwinden des Betreibers

Die Website hatte in den Monaten vor der endgültigen Schließung mit massiven technischen Instabilitäten zu kämpfen. Berichten zufolge war der Hauptbetreiber, bekannt unter dem Pseudonym „Larry“, nicht mehr erreichbar, was dazu führte, dass das verbliebene Team mit dauerhaften Serverfehlern konfrontiert war. Als die Seite schließlich dauerhaft offline ging, hofften viele Nutzer zunächst auf eine weitere technische Störung in einer langen Reihe jüngster Probleme. Doch diesmal war es endgültig.

Gezielte Schläge gegen das Netzwerk

Kakao Entertainment gab zudem bekannt, dass sie „die Mehrheit der Personen identifiziert haben, die direkt oder indirekt an der Operation beteiligt sind – darunter Co-Entwickler, Moderatoren und Community-Administratoren – und sukzessive Unterlassungserklärungen (Cease and Desist) zugestellt haben“. Durch die Identifizierung der Personen hinter der Wartung gelang es P.CoK, das Kommunikationsnetzwerk, welches der Seite ihren Erfolg ermöglichte, effektiv zu zerschlagen.

Dieses Vorgehen zwang den offiziellen Bato.to-Discord-Server und das entsprechende Subreddit dazu, sich aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen vollständig von der Plattform zu distanzieren. Während ehemalige Discord-Mitarbeiter inzwischen eine neue Community ins Leben gerufen haben, implementierte der Server eine strikte „No-Piracy“-Politik. Diese Strategie der rechtlichen Verfolgung von Betreibern und Administratoren führte bereits in der Vergangenheit zur Einstellung des Open-Source-Readers Tachiyomi.

MangaPark und AniXL als nächste Ziele

Interessanterweise merkte die Anti-Piraterie-Einheit an, dass viele der bei Bato.to involvierten Personen auch mit anderen aktiven Piraterie-Hubs in Verbindung stehen, was darauf hindeutet, dass weitere Schließungen unmittelbar bevorstehen könnten. Derzeit hat Kakao Entertainment MangaPark und AniXL als nächste Hauptziele identifiziert und verweist dabei auf verknüpfte Operationen.

„Wir sind uns bewusst, dass einige dieser Personen auch am Betrieb von MangaPark und AniXL beteiligt sind, und wir bereiten derzeit strenge rechtliche Schritte gegen MangaPark sowie neu gegründete Bato-nahe Seiten vor“, so die Verantwortlichen gegenüber TorrentFreak.

Ein aggressives Jahr für Kakao Entertainment

Bereits im Februar 2025 veröffentlichte Kakao seinen sechsten Anti-Piraterie-Rechenschaftsbericht, in dem das Unternehmen die Entfernung von 240 Millionen illegalen Inhalten allein in der zweiten Jahreshälfte 2024 detailliert beschrieb. Später im selben Jahr führte das aggressive Vorgehen des Unternehmens zur Schließung von Reaper Scans, einer der größten englischsprachigen Piraterie-Seiten für Manhwas. Kakao war zudem die treibende Kraft hinter der beispiellosen DMCA-Welle, die MangaDex im Mai 2025 traf und zur Löschung von etwa 7.000 Titeln führte – ein massiver Schlag gegen das globale Ökosystem der Manga- und Webtoon-Piraterie.

Obwohl bereits erste „geistige Nachfolger“ von Bato.to aufgetaucht sind, warnt der Publisher, dass seine Tracking-Technologie mittlerweile auch anonyme Communities und soziale Medien weltweit abdeckt.

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Als Internet-Pionier hat Stefan die Online-Welt von Grund auf mitgestaltet. Seine Reise begann im zarten Alter von nur fünf Jahren, als er sich an den Computer seines Großvaters wagte, der ihm auch die Grundlagen von Datenbanken beibrachte. Das Programmieren brachte er sich mit 13 selbst. Heute gibt er sein umfassendes Wissen durch detaillierte Anleitungen, aufschlussreiche Reviews und fesselnde Artikel zum Retro-Computing weiter und lehrt anderen so die Kunst des Programmierens.

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