Jujutsu Kaisen Staffel 3 erntet heftige Kritik in Japan
Jujutsu Kaisen Staffel 3 hat in Japan eine unerwartete Kontroverse ausgelöst. Episode 4 des „Culling Game“-Arcs wird im Ausland zwar gefeiert, löst bei japanischen Fans jedoch Kritik aus. Sie bezeichnen die Folge als „über-animiert“ und hinterfragen die extrem hohen IMDb-Bewertungen.
Ein Nutzer auf X (ehemals Twitter) drückte seine Enttäuschung nicht nur über die Episode aus, sondern vor allem über die Reaktion des internationalen Publikums. Während japanische Zuschauer die Anime-Original-Erklärungen zu den Regeln des Culling Game (Auswahlspiel) schätzten, konzentrierten sich ausländische Fans laut dem User fast ausschließlich auf die Action und die Optik.
Die Kluft bei den Bewertungen
Laut dem Nutzer erhielt Episode 4 im Ausland eine Bewertung von 9,8/10.
„Am Ende sind diese Typen nur an den Kämpfen interessiert. ‚Amazing animation!‘ ‚Insane aura!‘ – das ist alles, was sie zu sagen haben.“
Im Gegensatz dazu wurde Episode 3, die die komplexen Regeln in einem zusätzlichen Segment für Anime-Zuschauer verständlich erklärte, in Japan hochgelobt, erhielt dort aber nur eine 7,7/10.
Der Frust des Nutzers gipfelte in einer radikalen Forderung:
„Ich bin überzeugt: Ein Zusammenleben mit Ausländern ist unmöglich. Lasst uns die Landesgrenzen schließen (Sakoku). Unsere Werte sind einfach zu verschieden.“
Kritikpunkte an der globalen Anime-Fangemeinde
Der User veröffentlichte zudem eine Liste mit vermeintlich wiederkehrenden Problemen der internationalen Fandoms. Obwohl diese Ansichten extrem und kontrovers sind, erhielten sie in der japanischen Community viel Zuspruch:
- Rassenthematik: Charaktere mit anderen Hauttönen als „weiß“ oder „gelb“ werden als gemischtrassig betrachtet. Fans beschweren sich über „Blackwashing“ oder versuchen, Charaktere nachträglich zu „schwarz“ zu machen.
- Synchronisation: Es wird gefordert, dass die Nationalität/Rasse des Synchronsprechers mit der des Charakters übereinstimmt. (Dabei werden japanische Charaktere oft von chinesischen Sprechern vertont).
- Anspruchshaltung: Sie glauben, Anime/Manga würden explizit für sie (das Ausland) produziert.
- Werte-Imperialismus: Sie drängen Japan westliche Regeln auf (Politische Korrektheit, religiöse Ansichten, Einschränkungen bei sexuellen oder extremen Darstellungen).
- Leaks: Das illegale Veröffentlichen von Inhalten wird gerechtfertigt, da es die Popularität steigere.
- Oberflächlichkeit: Bildgewalt und „Aura“ (Atmosphäre) werden über den eigentlichen Inhalt gestellt.
„Sie lesen den Text buchstäblich nicht.“
Das Beispiel „Gachiakuta“
Als Beispiel für Fehlinterpretationen nannte der Nutzer den Manga Gachiakuta. Dort gab es online einen Aufschrei, weil Fans behaupteten, der Charakter Tamsy sei transgender. Obwohl der Autor dies dementierte, führten Fehlübersetzungen dazu, dass dem Schöpfer vorgeworfen wurde, „seinen eigenen Charakter nicht zu verstehen“.
Stimmen japanischer Fans

Die sozialen Netzwerke in Japan sind voll von ähnlicher Kritik:
- „Wenn man sich die Reaktionen im Ausland ansieht, zählt nur die Intensität der Kämpfe. Es macht mich traurig, dass die sorgfältige Exposition in Episode 3 dort nicht geschätzt wird.“
- „Die denken wohl, sie schauen einen Actionfilm. Komplizierte Regeln sind egal, solange es knallt und Spezialeffekte fliegen.“
- „Ich habe auf einen Tweet eines ausländischen Fans geantwortet, dass wohl niemand da drüben sein Gehirn benutzen will – und ich habe massenhaft Likes bekommen.“
- „Die denken wahrscheinlich: ‚Zu viel Text! Kann nicht lesen! Punch! Boom! YEEEAAAHHH!!‘ Ohne die Infos aus Folge 3 wäre selbst Japanern bei den Regeln des Culling Game der Kopf explodiert.“
Fazit
Was als Diskussion über Animationsqualität begann, hat sich zu einer Grundsatzdebatte über kulturelle Werte und Sehgewohnheiten entwickelt. Japanische Fans fühlen sich missverstanden: Für sie liegt der Kern eines Werkes im Storytelling und Kontext, während sie dem globalen Publikum vorwerfen, Anime auf ein rein visuelles Spektakel zu reduzieren.
Quelle: OtakuMantra



