Betreiber des Manga-Piraterie-Riesens „Bato“ geständig

Bato.to
Bato.to

Die japanische Anti-Piraterie-Koalition CODA (Content Overseas Distribution Association) gab am 29. Januar bekannt, dass der Betreiber des Portals Bato wegen des Verdachts auf Urheberrechtsverletzungen festgenommen und verhört wurde. Nach einer Hausdurchsuchung am 19. November 2025 wurde er gegen Kaution vorerst wieder auf freien Fuß gesetzt.

Das Ausmaß des Netzwerks

CODA sagt, der Betreiber hat zugegeben, dass er ungefähr 60 Websites betreibt, zum Beispiel Bato.to, xbato.com und mangapark.io. Zusammen hatten diese drei Websites im Dezember 2025 über 110 Millionen Besucher pro Monat.

In der Gesamtzahl sind sogar noch Dutzende von Spiegelseiten, die vermutlich von derselben Person betrieben werden wie beispielsweise bato.si (61 Millionen), noch nicht einmal enthalten. CODA sagt, dass alle Websites im Mai 2025 insgesamt 350 Millionen Besuche pro Monat hatten. Das macht BATO.TO zur größten Manga-Piraterie-Website der Welt.

CODA sagt, dass sie weiter „Serverdaten, die Betriebsstruktur der Websites und Infos über Personen, die an deren Betrieb beteiligt sind, checkt.

CODA hat außerdem bestätigt, dass die Leute, die an dem Betrieb dieser Websites und der Veröffentlichung und Übersetzung von Inhalten über die dazugehörigen Social-Media-Kanäle beteiligt sind, in mehreren Ländern weltweit ansässig sind.

CODA wird deshalb seine Ermittlungen im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit fortsetzen.“

Bis zum 19. Januar waren laut CODA alle ~60 Websites geschlossen worden.

Zusammenarbeit

Laut CODA war das eine gemeinsame Aktion von Japan und China: Kadokawa, Kodansha, Shueisha, Shogakukan und Square Enix haben Anträge auf Untersuchung eingereicht, und dann hat das Pekinger Büro von CODA in ihrem Namen in China Strafanzeige gestellt.

Die Verlage haben sich im Juli 2024 bei einem Treffen mit CODA über die Sache beschwert. Der Betreiber wurde wohl über Open-Source-Intelligence (OSINT) identifiziert.

Als der Betreiber dann in China gefunden wurde, hat CODA wohl mit einer örtlichen Ermittlungsfirma zusammengearbeitet, um ihn zu identifizieren. Die Anti-Piraterie-Abteilung von Kakao Entertainment, P.CoK, sagt, dass sie auch die meisten der Leute, die bei Bato mitmachen, herausgefunden hat.

Es ist nicht klar, ob Kakao und das Team aus Japan und China Informationen ausgetauscht haben, weil sie sich nicht gegenseitig erwähnen.

Markteffekt

CODA sagt, dass es mit der Tochterfirma von Tencent Holdings und der großen Buchplattform China Literature zusammengearbeitet hat. Das hat dann noch eine weitere Strafanzeige zur Folge gehabt. Der Betreiber von Bato soll in Spitzenmonaten über 400.000 chinesische RMB verdient haben. Das sind heute etwa 57.000 US-Dollar. Der E-Book-Shop MangaPlaza wird von NTT Solmare betrieben. Das Unternehmen hat CODA erzählt, dass sich sein Tagesumsatz direkt nach der Schließung von Bato verdoppelt hat. Aus dem Bericht geht nicht hervor, ob die beiden Ereignisse zusammenhängen.

Quelle: CODA

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Als Internet-Pionier hat Stefan die Online-Welt von Grund auf mitgestaltet. Seine Reise begann im zarten Alter von nur fünf Jahren, als er sich an den Computer seines Großvaters wagte, der ihm auch die Grundlagen von Datenbanken beibrachte. Das Programmieren brachte er sich mit 13 selbst. Heute gibt er sein umfassendes Wissen durch detaillierte Anleitungen, aufschlussreiche Reviews und fesselnde Artikel zum Retro-Computing weiter und lehrt anderen so die Kunst des Programmierens.

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