Anime-Conventions in China verbieten Conan-bezogene Inhalte und Cosplay

Detective Conan Stand
Detective Conan Stand

Die Zusammenarbeit zwischen dem japanischen Anime „Detektiv Conan“ und „My Hero Academia“ (kurz „MHA“) hat in chinesischen Online-Communities für ordentlich Zoff gesorgt. Die Leute dort behaupten, es handele sich um „Beleidigungen Chinas“. Die Organisatoren der IJOY Comic Convention, die am 7. in Peking eröffnet wird, haben bekannt gegeben, dass alles, was mit Detektiv Conan zu tun hat, auf der Veranstaltung verboten ist. Also Cosplay, Merchandise-Artikel, die präsentiert oder verkauft werden, und so weiter. Comic-Conventions in mehreren Städten, darunter Tianjin, Qingdao und Lanzhou, haben seitdem ähnliche Erklärungen abgegeben und den Besuchern verboten, als Charaktere aus Detektiv Conan aufzutreten.

Jubiläumsprojekt löst Kritik aus

Dieses Jahr feiert der Anime „Detektiv Conan“ sein 30-jähriges Jubiläum und „My Hero Academia“ sein 10-jähriges. Um die Meilensteine zu feiern, haben die beiden Franchises ein gemeinsames Werbeprojekt gestartet. Jeder der beiden Schöpfer hat eine Illustration mit der Hauptfigur des jeweils anderen gemacht. Die Zusammenarbeit wurde aber von einigen Internetnutzern in China schnell kritisiert. Sie meinten, dass sie „Chinas historische rote Linie“ überschreite.

Hintergrund: Kontroverse um „Shiga Maruta“

My Hero Academia, das im japanischen Manga-Magazin Weekly Shonen Jump erscheint, wurde 2020 in China wegen des Charakternamens „Shiga Maruta“ (しが まるた) heftig kritisiert. Viele haben den Namen als Anspielung auf die Codenamen und Bakterienbezeichnungen gesehen, die die japanische Einheit 731 während ihrer Menschenversuche im Zweiten Weltkrieg verwendet hat. Das führte damals zu einem Boykott der Serie und ihrer Entfernung von den chinesischen Plattformen.

My Hero Academia, das im japanischen Manga-Magazin Weekly Shonen Jump erscheint, wurde 2020 in China wegen des Charakternamens „Shiga Maruta“ (しが まるた) heftig kritisiert. Als Reaktion auf die aktuelle Kontroverse hat der chinesische Lizenzagent von Detektiv Conan am 31. Januar eine Erklärung veröffentlicht. Darin stand, dass die Zusammenarbeit „ausschließlich als freundschaftlicher Austausch zwischen Werken gedacht ist und keinerlei politische Implikationen hat“. Wir werden die Kommunikation mit den japanischen Rechteinhabern weiter intensivieren.

Medien und Behörden erhöhen den Druck

Der japanische Rechteinhaber von Detektiv Conan hat die Zusammenarbeit allerdings noch nicht beendet. Mehrere chinesische Medien haben das Franchise dafür kritisiert, „die Interessen des chinesischen Publikums zu ignorieren“ und „nur auf hohe Einschaltquoten aus zu sein“. Sie forderten eine Entschuldigung und die Beendigung der Partnerschaft. Die chinesische Zeitung Global Times, die ja eher dem Staat nahe steht, hat am 2. auch einen Kommentar veröffentlicht. Darin hat sie erklärt, dass die Kontroverse „einen Mangel an grundlegendem Urteilsvermögen in Bezug auf historisches Recht und Unrecht bei einigen japanischen Unternehmen und Fachleuten sowie ein ernsthaftes Defizit im Bewusstsein für die Sensibilität der chinesisch-japanischen Beziehungen“ widerspiegelt. Außerdem hat sie kritisiert, dass neuere japanische Werke versuchen, Kriegsverbrecher in fiktiven Welten auf heroische oder unterhaltungsorientierte Weise darzustellen.

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Als Internet-Pionier hat Stefan die Online-Welt von Grund auf mitgestaltet. Seine Reise begann im zarten Alter von nur fünf Jahren, als er sich an den Computer seines Großvaters wagte, der ihm auch die Grundlagen von Datenbanken beibrachte. Das Programmieren brachte er sich mit 13 selbst. Heute gibt er sein umfassendes Wissen durch detaillierte Anleitungen, aufschlussreiche Reviews und fesselnde Artikel zum Retro-Computing weiter und lehrt anderen so die Kunst des Programmierens.

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